Werkstatt: Meine These
So gehen Sie vor
Diese Etappe bearbeiten Sie vor der Doppelstunde zu Hause. Gehen Sie die fünf Schritte der Reihe nach durch. Sie müssen nicht alles in einem Zug schaffen. Ihre Antworten bleiben in diesem Browser gespeichert, und wenn Sie auf demselben Gerät zurückkommen, bringt Sie der Knopf »Weitermachen« zur nächsten offenen Aufgabe.
- 01Einstieg5 Min.
Sie lesen die Ausgangsfrage und halten eine erste Antwort fest.
- 02Erklärung20 Min. Video
Sie sehen das Video oder lesen die Lesefassung; eines von beiden genügt.
- 03Üben10 Min.
Sie bearbeiten 4 Aufgaben, alle mit sofortiger Rückmeldung.
- 04Ihre These40 Min.
Sie bauen aus Ihren gesammelten Blättern die Fassung, mit der Sie an den Tisch gehen.
- 05Rückblick5 Min.
Sie prüfen Ihre erste Antwort, schätzen sich ein und schließen die Etappe ab.
Sie haben diese Etappe abgeschlossen. Zum Wiederholen können Sie jederzeit einsteigen, Ihre Antworten sind noch da.
Was Sie brauchen und wo Ihre Antworten landen
Sie brauchen ein iPad oder einen Computer und für das Video Kopfhörer. Ohne Kopfhörer nehmen Sie die Lesefassung; sie enthält dasselbe wie das Video.
Die meisten Aufgaben beantworten Sie direkt auf dieser Seite und bekommen sofort eine Rückmeldung.
Für diese Werkstatt brauchen Sie die Blätter aus allen Etappen des Bandes. Legen Sie Ihre Mappe oder Ihre Notiz »Change my Mind« bereit, bevor Sie beginnen.
Ohne Anmeldung bleibt alles in diesem Browser. Mit Ihrem Schülerzugang gehören die Ergebnisse der Aufgaben mit Antwortfeld, der Abschluss, Ihre Selbsteinschätzung und Ihre Antwort im Rückblick zu Ihrem Bereich, auch auf einem anderen Gerät. Ihre erste Antwort, Ihre Notizen und die Haken bei Heftaufgaben bleiben immer in diesem Browser. Meldet sich hier später jemand mit einem anderen Code an, legt die Seite Ihren Stand beiseite, bis Sie sich wieder anmelden.
Und was passiert in der Doppelstunde?
Die Doppelstunde beginnt mit den Stolpersteinen der Klasse, also mit den Denkfehlern, die in den Aufgaben am häufigsten vorkamen. In diese Liste gehen nur Antworten ein, die über Ihren Schülerzugang bei mir ankommen. Am sichersten melden Sie sich an, bevor Sie üben; was Sie vorher in diesem Browser geübt haben, reicht die Seite bei der Anmeldung nach. Das gilt nicht auf einem Gerät, an dem vorher schon jemand anderes angemeldet war: Dort gehört der Stand im Browser dieser Person.
Danach vertiefen wir das Werkzeug am Material und arbeiten an den Thesen weiter. Wer die Etappe vorher nicht geschafft hat, holt sie in der Stillarbeit nach; die Lesefassung geht auch ohne Kopfhörer.
Erst selbst nachdenken
5 MinutenAm Tag des Finales steht auf dem Pausenhof ein Tisch, und auf dem Tisch liegt ein leeres Plakat. Sie haben acht Etappen lang Werkzeug gesammelt und acht Blätter aufgehoben. Was von alledem steht auf dem Plakat, wenn sich der erste Gast setzt, und was liegt darunter, wo nur Sie es sehen?
»Wer sich setzt, greift an; wer dahinter sitzt, verteidigt.« · »Es zählen nur Argumente.« · »Umgestimmt zu werden ist keine Niederlage, sondern der Sinn der Sache.«
Bevor Sie weitergehen
Beantworten Sie die Frage zuerst für sich, bevor Sie Video oder Lesefassung öffnen. Ein oder zwei Sätze genügen. Schreiben Sie sie ins Feld darunter, dann zeige ich sie Ihnen im Rückblick wieder. Die Antwort darf falsch sein.
Bleibt in diesem Browser, nichts wird übertragen.
Das können Sie danach: Sie können die These wählen, mit der Sie beim Pausenhof-Finale hinter dem Tisch sitzen, Ihr bestes Argument dafür in Standardform bauen und mit beiden Prüffragen prüfen, den stärksten Einwand vorwegnehmen und ehrlich auf ihn antworten. Und Sie wissen, was am Tisch geschieht, wenn der Einwand trifft: nichts Schlimmes.
Weiter zu Schritt 2: Erklärung →Das Werkzeug kennenlernen
Video 20 Minuten oder Lesefassung etwa 26 MinutenSo nutzen Sie die Erklärung
Video und Lesefassung erklären dasselbe, eines von beiden genügt. Das Video führt Sie Schritt für Schritt durch den Gedankengang. Die Lesefassung passt, wenn Sie lieber lesen, keine Kopfhörer haben oder während der Aufgaben etwas nachschlagen wollen.
Achten Sie darauf, wo die Erklärung auf die Ausgangsfrage zurückkommt, und vergleichen Sie das mit Ihrer ersten Antwort.
Ohne Verbindung lässt sich das Video nicht abspielen. Die Lesefassung steht Ihnen trotzdem offen.
Das Video konnte nicht geladen werden. Wählen Sie 720p oder 480p für einen neuen Versuch, oder öffnen Sie die MP4-Datei direkt.
Ein leeres Plakat
Am Tag des Finales steht auf dem Pausenhof ein Tisch mit zwei Stühlen und einem Plakat, auf dem noch nichts steht. Sie haben acht Etappen hinter sich und, wenn Sie meinen Bitten gefolgt sind, acht Blätter in der Mappe, vom Plakat mit These und Weil-Satz aus der ersten Etappe bis zu der Antwort, die Sie in der achten mit den Karten des Fehlschluss-Katalogs gegengelesen haben. Was von alledem gehört auf das Plakat, und was liegt darunter auf dem Tisch, wo nur Sie es sehen?
Neuen Stoff gibt es nicht mehr; das habe ich am Ende der achten Etappe versprochen. Stattdessen tue ich etwas, das ich in diesem Kurs noch nicht getan habe: Ich setze mich selbst hinter den Tisch. Ich nehme eine These, die keiner von Ihnen nehmen wird, weil sie von Lehrern handelt, und baue sie vom leeren Plakat bis zur fertigen Tischkarte, mit jedem Werkzeug des Bandes an seiner Stelle. Dabei werde ich in mindestens drei Sackgassen geraten, das verspreche ich Ihnen. Das ist kein Kunstgriff, sondern der Normalfall. Wer seine These zum ersten Mal ernsthaft prüft, findet Fehler, und die Werkstatt ist der Ort, an dem sie nichts kosten.
Die These: Kann man ihr widersprechen?
Mein erster Versuch steht schnell auf dem Plakat: »Lehrer, die im Unterricht dauernd ihre Meinung sagen, sind unerträglich.« Der Satz kommt aus dem Bauch und fühlt sich an wie eine These. Ich lege die Prüfung der zweiten Etappe an, dieselbe, die Sie damals an Ihr eigenes Plakat gelegt haben. Der Satz stellt etwas als wahr hin, und man kann Nein zu ihm sagen. Ist er damit tischfähig?
DenkpauseEin Gast setzt sich und sagt: »Nein, ich finde solche Lehrer gut erträglich.« Hat er meiner These damit widersprochen?
Nur dem Wortlaut nach. »Unerträglich« berichtet, wie ich solche Lehrer empfinde, und der Gast berichtet, wie er sie empfindet. Dann steht Empfindung gegen Empfindung, und niemand muss eine Brücke bauen, weil niemand eine prüfen könnte. Die Frage der zweiten Etappe, die den Ausschlag gab, war nicht, ob man Nein sagen kann, sondern woran man erkennen würde, dass ich recht habe. Darauf gibt es hier keine Antwort außer mir selbst.
Die Thesen auf dem Pausenhof sind fast alle Wertungen, und wir behandeln sie am Tisch trotzdem wie Aussagen, mit Gründen und Prüfung. Das geht, solange der Satz über die Sache redet. Mein erster Versuch ist ein Geschmacksurteil im Kostüm einer These, und das ist die erste Sackgasse. Also schreibe ich ihn um und lege dabei fest, was ich eigentlich meine.
»Lehrer, die im Unterricht dauernd ihre Meinung sagen, sind unerträglich.«
Der Satz redet über mich. Ob ich recht habe, erkennt man nur daran, dass ich es so empfinde.
»Ein Lehrer sollte im Unterricht seine Meinung zu strittigen Fragen für sich behalten.«
Der Satz redet über die Sache. Ob ich recht habe, zeigt sich daran, was mit dem Urteil der Schüler geschieht, wenn der Lehrer seine Meinung sagt und wenn er sie nicht sagt.
Der zweiten Fassung kann man mit einem Satz widersprechen, der selbst etwas behauptet: Nein, er sollte sie sagen. Was mit dem Urteil der Schüler geschieht, lässt sich beobachten, erfragen und vergleichen. Die These ist tischfähig, und die erste Zeile des Plakats steht.
Der Weil-Satz und das Gegenbeispiel gegen mich selbst
Die zweite Zeile ist der Weil-Satz aus der ersten Etappe, die Brücke in einem Satz: »… weil Schüler die Meinung ihres Lehrers übernehmen.« Ich glaube diesen Satz und habe ihn oft gesagt. Das Werkzeug der dritten Etappe fragt, ob darin eine Allaussage steckt. Das Wort »alle« kommt nicht vor, aber der Satz ist so gemeint: Schüler machen es eben so, jeder und ohne Ausnahme. Eine Allaussage ohne ihr Signalwort kippt an einem einzigen Gegenbeispiel aus ihrer Gruppe genauso wie eine mit.
Das Gegenbeispiel gegen mich selbst zu suchen ist die Pflicht des Gastgebers, und für dieses brauche ich nicht lange. Jeder, der unterrichtet, kennt die Schülerin, die aus Prinzip das Gegenteil vertritt, sobald ein Lehrer etwas gesagt hat. Die Leiter aus der dritten Etappe zeigt, was sie mit meinem Weil-Satz anstellt.
Mein Weil-Satz auf der Leiter
- Mein Weil-Satz meint alle Schüler, auch wenn das Wort fehlt. Er steht damit auf der obersten Stufe, und dort genügt ein einziges Gegenbeispiel.
- Die Trotzige erfüllt beide Bedingungen eines Gegenbeispiels. Sie gehört zur Gruppe, denn sie ist Schülerin, und sie verfehlt die Eigenschaft, denn sie übernimmt nicht, sondern tut das Gegenteil. Der Satz kippt.
- Ich gehe offen hinunter, bis zu der Stufe, die ich belegen kann. Bei »viele« verträgt der Satz die Trotzige, weil er Ausnahmen ausdrücklich einräumt.
Die dritte Etappe kannte drei Wege aus dieser Lage, und zwei davon sind verboten: stur bleiben (»einmal ist keinmal«) und den Zaun heimlich versetzen (»ich meinte nur die Braven«). Der dritte ist der, den die Leiter zeigt. Ich gehe bis »viele«, weil ich mehr nicht belegen kann, und schreibe den Satz neu: »… weil viele Schüler dazu neigen, die Meinung dessen zu übernehmen, der ihre Noten gibt, statt sie zu prüfen.« Er behauptet weniger als vorher, und er stimmt. Nebenbei ist ein Grund hineingekommen, der bisher nur in meinem Hinterkopf war: die Note. Das geschieht beim Abschwächen oft. Wer genauer sagen muss, wie viele es sind, muss auch genauer sagen, warum, und dabei kommt der eigentliche Grund ans Licht. Das ist die zweite Sackgasse, und sie hat die These besser gemacht.
Der Bauplan
Zwei Zeilen stehen auf dem Plakat. In der vierten Etappe ist aus diesen zwei Zeilen die Standardform geworden, mit nummerierten Prämissen und der These als Konklusion unter dem Strich. Der Weil-Satz wird die erste Prämisse. Ich schreibe ihn gleich als Wenn-dann-Aussage, weil er eine ist und weil die sechste Etappe gezeigt hat, dass man solche Sätze besser früh als solche erkennt.
Dann kommt die Probe der vierten Etappe: Trägt dieser eine Pfeiler das Also? Er trägt es nicht. Aus »viele übernehmen, statt zu prüfen« folgt noch nicht, dass der Lehrer schweigen sollte. Es fehlt ein Satz, den ich beim Diskutieren immer stillschweigend vorausgesetzt habe, nämlich dass Übernehmen statt Prüfen im Unterricht etwas Schlechtes ist. Ich trage ihn in Klammern ein, damit jeder sieht, dass dieser Pfeiler von mir stammt, und wähle die schwächste Fassung, die die Lücke gerade schließt.
- Wenn ein Lehrer im Unterricht seine Meinung zu einer strittigen Frage sagt, dann übernehmen viele Schüler sie, statt sie zu prüfen.
- Was viele Schüler davon abhält, selbst zu prüfen, sollte ein Lehrer im Unterricht unterlassen.
Also sollte ein Lehrer im Unterricht seine Meinung zu strittigen Fragen für sich behalten.
Die stille Prämisse habe ich nicht erfunden. Sinngemäß steht sie in einem Text, der auf eine Tagung im Jahr 1976 zurückgeht und den Lehrer der politischen Bildung den Beutelsbacher Konsens nennen: Man dürfe Schüler nicht überrumpeln und sie damit an einem selbständigen Urteil hindern. Ob der Lehrer seine eigene Meinung sagen darf, lässt der Text offen, und genau darüber streiten Lehrer bis heute. Meine These ist eine Antwort auf diesen Streit, und meine stille Prämisse ist das, worauf sich beide Seiten einigen könnten. Deshalb halte ich die Lücke für geschlossen. Ich sage gleich dazu, dass ich mich darin täusche.
Damit ist der Plan gezeichnet. Unterschreiben kann ich bisher nur diese Zeile, denn geprüft ist noch nichts.
Zwei Stempel und ein Doppelgänger
Die fünfte Etappe hat die Zeile »geprüft« mit zwei Stempeln gefüllt, und ich stelle beide Fragen getrennt und in dieser Reihenfolge. Zuerst kommt der Übergang. Ich decke die These zu, lese nur die Prämissen und stelle die Probefrage: Wären beide wahr, könnte die These dann falsch sein? Wenn viele Schüler die gesagte Meinung übernehmen, statt sie zu prüfen, und wenn ein Lehrer unterlassen sollte, was viele vom Prüfen abhält, dann sollte er seine Meinung für sich behalten. Ich finde keinen Fall, in dem beide Prämissen wahr wären und die These falsch.
Zur Sicherheit baue ich wie in der fünften Etappe ein Gegenbeispiel auf der Form, indem ich den Bauplan behalte und den Inhalt austausche: Wenn jemand abends Kaffee trinkt, schläft er schlecht; was schlechten Schlaf verursacht, sollte er lassen; also sollte er den abendlichen Kaffee lassen. Auch in dieser Füllung folgt die Konklusion, und eine Füllung mit wahren Prämissen und falscher Konklusion finde ich nicht. Der erste Stempel lautet »gültig«.
DenkpauseDie Probefrage ist bestanden. Darf ich in die Zeile »geprüft« jetzt »stichhaltig« schreiben?
Nein. »Gültig« heißt nur, dass die These wahr sein müsste, wenn die Prämissen wahr wären. Stichhaltig ist ein Argument erst, wenn die Prämissen es auch wirklich sind, und danach hat die Probefrage gar nicht gefragt. Sie hat die Prämissen nicht geprüft, sondern vorausgesetzt, und nur den Weg von ihnen zur These untersucht.
Also nehme ich mir die Prämissen einzeln vor und frage bei jeder, woran ihre Wahrheit hängt. Die erste hängt an Erfahrung und an Zahlen, die ich nicht habe. Ich glaube sie, weil ich sie erlebt zu haben meine und weil sie zu meiner These passt. Das ist genau die Zeile, die die fünfte Etappe die ehrliche genannt hat: eine Prämisse, die ich nie geprüft habe und trotzdem glaube, weil mir die These gefällt. Ich markiere sie. Die zweite hängt an einem Wert, und Werte teilt nicht jeder; diesen aber teilen die meisten, und ich nehme an, dass er am Tisch nicht als Erster fällt. Damit habe ich auch die Frage der vierten Etappe beantwortet, welche Prämisse der Gast zuerst anzweifeln wird. Ich tippe auf die erste, die mit den Zahlen.
Prüfvermerk auf meiner Tischkarte
Übergang: Probefrage bestanden, gültig.
Prämisse 1: hängt an Erfahrung und Zahlen, die ich nicht habe. Geglaubt, nicht belegt.
Prämisse 2: hängt an einem Wert, den die meisten teilen. Strittig.
Stichhaltig: noch nicht.
Das ist weniger, als ich mir erhofft hatte, und mehr, als die meisten Thesen auf dem Pausenhof je bekommen.
Übrig ist das Werkzeug der sechsten Etappe. Meine erste Prämisse ist eine Wenn-dann-Aussage und damit eine Einbahnstraße vom Vordersatz zum Nachsatz. Mein Schluss sagt, dass der Nachsatz nicht eintreten sollte, und folgert daraus, dass der Vordersatz nicht eintreten sollte. Das hat die Gestalt des Modus tollens, nur mit einem »sollte« an beiden Enden, und ich vereinfache ein wenig, wenn ich das Raster der vier Formen darauf anwende. Wichtiger ist der Doppelgänger, der gleich daneben steht und ähnlich klingt.
- Wenn der Lehrer seine Meinung sagt, übernehmen viele eine fremde Meinung, statt selbst zu prüfen.
- Dass viele eine fremde Meinung übernehmen, statt selbst zu prüfen, sollte nicht geschehen.
Also sollte der Lehrer seine Meinung nicht sagen.
- Wenn der Lehrer seine Meinung sagt, übernehmen viele eine fremde Meinung, statt selbst zu prüfen.
- Der Lehrer sagt seine Meinung nicht.
Also übernehmen nicht viele eine fremde Meinung, statt selbst zu prüfen.
Der Doppelgänger trägt nicht. Ein Lehrer, der schweigt, hat damit noch niemanden zum eigenen Urteil gebracht; die Schüler können ebenso gut die Meinung ihrer Eltern übernehmen oder die eines Videos, das gerade läuft. Mein Argument behauptet das auch nicht. Es sagt nur, der Lehrer solle unterlassen, was viele vom Prüfen abhält. Was er stattdessen tun sollte, damit sie prüfen, ist eine andere Frage. Ich merke sie mir, weil ich ahne, dass sie gleich wiederkommt.
Der stärkste Einwand
Jetzt wechsle ich wie in der siebten Etappe die Seite. Ich setze mich auf den Stuhl des Gastes und suche den Einwand, den meine schärfste Gegnerin unterschreiben würde. Es melden sich drei.
Der erste lautet: »Mein Geschichtslehrer hat uns letztes Jahr gesagt, was er wählt, und das war die beste Stunde des Jahres.«
DenkpauseNehmen wir an, der Satz stimmt. Muss ich meine These deshalb verteidigen, und wenn ja, an welcher Stelle?
Nein. Bevor ein Einwand eine Adresse bekommt, kommt die Vorfrage der siebten Etappe: Wird meine These unwahrscheinlicher, wenn der Satz stimmt? Sie wird es nicht. Meine These redet davon, was mit dem Urteil der Schüler geschieht, und der Satz redet davon, wie gut die Stunde war; ob die Klasse danach selbst geprüft oder die Meinung des Lehrers übernommen hat, sagt er nicht. Er trifft das Thema und verfehlt die These.
Das ist die dritte Sackgasse, diesmal auf der Seite des Gastes. Am Tisch würde ich den Beitrag freundlich beiseitelegen: Das mag stimmen, aber zu unserer Frage sagt es nichts. Für falsch erkläre ich ihn dabei nicht, nur für unerheblich.
Der zweite Einwand zielt auf die erste Prämisse: »Woher wissen Sie, dass viele übernehmen? Vielleicht ist die Meinung des Lehrers die einzige, die Schüler wirklich prüfen, weil sie ihn gern widerlegen würden. Übernommen wird, was auf dem Handy läuft.« Das ist ein begründeter Zweifel, und mehr muss er nicht leisten; die siebte Etappe hat gezeigt, dass der Zweifler nicht beweisen muss, dass die Prämisse falsch ist. Er trifft die Stelle, die ich selbst als die wackligste markiert habe. Ich hatte ihn erwartet, und beantworten könnte ich ihn nur mit Zahlen, die ich nicht habe.
Der dritte ist der stärkste, und er kommt von einer Seite, mit der ich nicht gerechnet hatte:
Ein Lehrer, der seine Meinung verschweigt, führt seinen Schülern jede Woche vor, dass man bei strittigen Fragen besser den Mund hält. Und er nimmt ihnen die eine Meinung weg, die sie aus nächster Nähe prüfen könnten, mit Gründen, an denen sie ziehen dürfen. Das hält vom eigenen Urteil mehr ab als eine Meinung, die offen auf dem Tisch liegt.
Dieser Einwand bestreitet nicht, dass viele die Meinung des Lehrers übernehmen. Er lässt meine Prämissen, so wie ich sie gemeint habe, gelten und zeigt, dass mein Also trotzdem nicht trägt, denn es trägt nur, wenn das Schweigen weniger Schüler vom eigenen Urteil abhält als das Sagen. Diesen Satz habe ich nie aufgeschrieben. Er ist eine zweite stille Prämisse, die ich beim Zeichnen übersehen habe, und der Einwand ist ein Angriff auf den Übergang, wie die siebte Etappe ihn beschreibt, weil er die Prämisse nennt, ohne die das Also in der Luft hängt. Er trifft auch die Sache, denn wenn er stimmt, wird meine These unwahrscheinlicher.
Wohin die drei Einwände zielen
- Meine Brücke vor dem ersten Gast. Die erste Prämisse ist ein fester Pfeiler, die stille Prämisse steht gestrichelt in Klammern, und die Spannweite reicht bis zur These am anderen Ufer.
- Der erste Einwand redet von der Stunde, nicht vom Urteil der Schüler. Er trifft keine Stelle der Brücke, und ich lege ihn beiseite, ohne ihn für falsch zu erklären.
- Der zweite Einwand zweifelt mit Gründen an der ersten Prämisse. Der Pfeiler wackelt, und zwar genau der, den ich selbst markiert hatte.
- Der dritte Einwand lässt beide Pfeiler stehen und zeigt, dass die Spannweite nicht bis ans Ufer reicht. Es fehlt ein dritter Pfeiler, der Vergleich zwischen Sagen und Schweigen, den ich nie gezeichnet habe.
Ich hatte vermutet, dass die erste Prämisse zuerst fällt. Gefallen ist der Übergang, und darin habe ich mich getäuscht, wie ich es angekündigt hatte.
Wer die fünfte Etappe ernst nimmt, wird hier stutzen, denn der Übergang hat vorhin den Stempel »gültig« bekommen. Wie kann ein Einwand ihn dann noch treffen? Die Antwort steckt in meiner zweiten Prämisse, und ich vereinfache im Bild ein wenig, wenn ich nur vom Übergang spreche. Wörtlich genommen verlangt die Prämisse, alles zu unterlassen, was viele vom Prüfen abhält, und in dieser Fassung folgt die These tatsächlich; die Probefrage hatte recht. Wenn der Gast aber recht hat, verlangt dieselbe Prämisse auch, das Schweigen zu unterlassen, und beides zugleich kann kein Lehrer. So gelesen ist die Prämisse falsch, und der Einwand trifft sie. Gemeint hatte ich etwas Bescheideneres, nämlich dass ein Lehrer von zwei Möglichkeiten die wählen sollte, die weniger Schüler vom Prüfen abhält. So gelesen ist die Prämisse verteidigbar, aber dann fehlt dem Also der Vergleich zwischen Sagen und Schweigen, und genau diesen dritten Pfeiler zeigt das Bild. Bei Sollte-Schlüssen ist das häufig. Der Vergleich mit der Alternative steckt unbemerkt im Also, und erst ein Einwand holt ihn heraus.
Die Antwort: drei Wege
Was ein Treffer beweist, wissen Sie aus der siebten Etappe: Meine These ist jetzt unbelegt, nicht widerlegt. Sie steht ohne tragende Stütze da, und die Begründungspflicht aus der ersten Etappe liegt wieder bei mir. Die siebte Etappe hat drei Wege genannt, ein getroffenes Argument zu reparieren, und ich gehe sie für den dritten Einwand der Reihe nach durch, weil er der stärkste ist.
Der erste Weg ist, eine Prämisse nachzubelegen. Gegen den Zweifel an meiner ersten Prämisse wäre das der richtige Weg, und ich komme am Tisch darauf zurück. Gegen den dritten Einwand hilft er nicht, denn der trifft keinen Pfeiler, sondern den Übergang. Der zweite Weg ist, die fehlende Brücke auszuschreiben und zu verteidigen. Sie hieße: (Ein Lehrer, der seine Meinung für sich behält, hält damit weniger Schüler vom eigenen Urteil ab, als wenn er sie sagt.) Ich schreibe sie hin, sehe sie mir an und kann sie nicht verteidigen. Der Gast hat recht, denn wer Woche für Woche schweigt, lehrt Schweigen, und wer seine Meinung nie zur Prüfung stellt, nimmt seinen Schülern ein Übungsstück weg. Also gehe ich den dritten Weg und schwäche die These offen ab, wobei ich sage, was die neue Fassung noch behauptet und was nicht mehr.
Die Lücke schließen oder das Ufer heranholen
- Nach dem dritten Einwand endet die Spannweite am zweiten Pfeiler, und bis zur These fehlt ein Stück. Weg 1 hilft gegen diesen Einwand nicht, denn er trifft keinen Pfeiler, sondern den Übergang. Der Zweifel am ersten Pfeiler bleibt davon unberührt stehen.
- Weg 2 setzt den fehlenden Pfeiler ein, die Prämisse, dass Schweigen weniger Schüler vom Urteil abhält als Sagen. Er kippt, weil ich ihn nicht verteidigen kann.
- Weg 3 holt das Ufer heran. Die abgeschwächte These behauptet weniger und liegt deshalb dort, wo die beiden Pfeiler die Spannweite noch tragen.
Die neue Fassung setzt beim Zeitpunkt an, und wenn Sie sie neben die alte legen, sehen Sie genau, was ich aufgegeben habe.
»Ein Lehrer sollte im Unterricht seine Meinung zu strittigen Fragen für sich behalten.«
Behauptet, dass der Lehrer schweigen soll.
»Ein Lehrer sollte seine Meinung zu einer strittigen Frage im Unterricht erst sagen, wenn die Schüler ihre eigene gebildet haben, und dann so, dass sie geprüft werden kann.«
Behauptet noch, dass die Reihenfolge zählt. Behauptet nicht mehr, dass der Lehrer schweigen soll.
Die Reihenfolge zählt aus dem Grund, der in meiner ersten Prämisse steht: Wer die Meinung dessen zuerst hört, der die Noten gibt, prüft danach weniger. Der Einwand des Gastes ist damit nicht abgewehrt, sondern eingebaut, und er hat meine These besser gemacht. Strittig bleibt sie trotzdem, denn manche Kollegen sagen, ein Lehrer solle seine Meinung nie sagen, und andere legen sie von Anfang an auf den Tisch. Aber es ist eine These, hinter der ich sitzen kann.
Bevor sie auf das Plakat kommt, bleibt der letzte Bauschritt: Ich lese meine Antwort mit den acht Karten der achten Etappe gegen. Zwei Stellen sehe ich mir genauer an. Die erste ist der Einwand selbst. Würde der Gast unterschreiben, wie ich ihn wiedergegeben und eingebaut habe, oder habe ich eine bequemere Fassung beantwortet, einen Strohmann? Ich glaube, er würde unterschreiben, denn die neue These nimmt beide Hälften seines Einwands auf: Der Lehrer schweigt nicht, und seine Meinung liegt zur Prüfung offen. Die zweite Stelle ist der Beutelsbacher Konsens. Wenn ich ihn anführte, als sei meine stille Prämisse schon deshalb wahr, weil eine Tagung von Fachleuten sie formuliert hat, wäre das ein Autoritäts-Appell. Er zeigt nur, dass sie ein Boden ist, auf dem auch meine Gegner stehen. Das macht sie am Tisch nützlich, aber begründen muss ich sie selbst.
Mein Plakat, Fassung für Fassung
- 02
»Lehrer, die … dauernd ihre Meinung sagen, sind unerträglich.« Fällt als Geschmacksurteil.
- 02
»Ein Lehrer sollte … seine Meinung zu strittigen Fragen für sich behalten.« Tischfähig.
- 03
»… weil Schüler die Meinung ihres Lehrers übernehmen.« Fällt am Gegenbeispiel der Trotzigen.
- 03
»… weil viele Schüler dazu neigen, die Meinung dessen zu übernehmen, der ihre Noten gibt …« Offen abgeschwächt, mit der Note als Grund.
- 04
Die Standardform bekommt ihre stille Prämisse in Klammern.
- 05
Die Probefrage ist bestanden, aber nur für die zweite Prämisse in ihrer allzu allgemeinen Fassung; die erste Prämisse ist nur geglaubt.
- 06
Der Schluss hat die Gestalt des Modus tollens, der Doppelgänger ist vermieden.
- 07
»Wer schweigt, lehrt Schweigen.« Der stärkste Einwand trifft den Übergang, an dem ich Sagen und Schweigen nie verglichen habe.
- 07
»Ein Lehrer sollte seine Meinung … erst sagen, wenn die Schüler ihre eigene gebildet haben …« Der Einwand ist eingebaut.
- 08
Gegengelesen: kein Strohmann, kein Autoritäts-Appell.
Sehen Sie sich an, was in dieser Werkstatt geschehen ist. Ich bin umgestimmt worden, bevor sich der erste Gast gesetzt hat. Das Plakat, mit dem ich am Finale sitze, ist nicht das, mit dem ich angefangen habe, und das ist kein Unfall, sondern der Sinn der Sache. Die Spielregel aus der ersten Etappe gilt in der Werkstatt genauso wie am Tisch, nur dass es hier noch nichts kostet. Vielleicht haben Sie es bemerkt: Ich habe mich in diesem Kurs an die abgeschwächte These gehalten. Meine Meinung zu einer strittigen Frage haben Sie zum ersten Mal in der neunten Etappe gehört.
Am Tisch
Die Tischkarte ist fertig. Was am Tisch selbst geschieht, regeln die drei Spielregeln der ersten Etappe, und sonst nichts.
»Wer sich setzt, greift an; wer dahinter sitzt, verteidigt.« Sobald ein Gast ernsthaft zweifelt, ist meine Brücke fällig, und ich stelle sie so vor, wie sie auf der Karte steht, Prämisse für Prämisse. Sobald er selbst etwas behauptet, schuldet er seinerseits eine Brücke, und ich darf ihn danach fragen.
»Es zählen nur Argumente.« Beiträge, die die Sache nicht treffen, lege ich beiseite, ohne sie für falsch zu erklären. Weil ich Lehrer bin, wird das Ad hominem kommen, und für diesen Moment hat die achte Etappe drei Schritte gegeben: benennen, was gerade geschieht, ohne über die Person zu urteilen, die Prüffrage der Karte laut stellen und zurück zur Frage führen. Die These des Gastes erkläre ich dabei nicht für erledigt, weil er ein Manöver gebraucht hat. Das wäre mein eigener Fehlschluss.
»Umgestimmt zu werden ist keine Niederlage, sondern der Sinn der Sache.« Wenn der Gast einen Pfeiler trifft, den ich nicht nachbelegen kann, sage ich das und schwäche offen ab oder gebe den Punkt. Wie die drei Regeln zusammen klingen, zeigt ein Verlauf, den ich mir für meinen Tisch ausgedacht habe.
Am Tisch · ein denkbarer Verlauf
GastDas glaube ich nicht. Warum sollte ein Lehrer mit seiner Meinung warten?
IchWeil viele Schüler dazu neigen, die Meinung dessen zu übernehmen, der ihre Noten gibt, statt sie zu prüfen. Wer sie zuerst hört, prüft danach weniger. Woran zweifeln Sie, an diesem Weil oder daran, dass Übernehmen schlecht ist?
GastSie sind doch selbst Lehrer. Natürlich finden Sie das.
IchDas ist ein Satz über mich, nicht über die These; die Karte dafür heißt Ad hominem. Wäre das Argument schlechter, wenn eine Schülerin es vorgebracht hätte? Zurück zur Frage: Stimmt es, dass viele übernehmen?
GastWoher wissen Sie das überhaupt? Zahlen haben Sie keine.
IchDa haben Sie recht, das kann ich nicht belegen. Ich habe es erlebt, und das ist kein Beleg. Der Punkt geht an Sie.
Die acht Karten liegen am Tisch übrigens auch für die Zuschauer aus, die einen Fehlschluss benennen dürfen, sobald sie ihn hören, bei mir wie beim Gast. Wer an der Werkbank inzwischen Geselle oder Meister ist, erkennt die Karten im Moment ihres Fallens; wer noch Lehrling ist, hat bis zum Finale Zeit.
Jeder, der schon einmal mitten im Streit gemerkt hat, dass der andere recht hat, kennt dieses Gefühl, und es ist kein gutes. Aber genau dafür stehen die Tische da. Wer sie verlässt, ohne umgestimmt worden zu sein, geht mit einer Überzeugung nach Hause, die geprüft ist, Pfeiler für Pfeiler. Wer umgestimmt worden ist, geht mit einer besseren. Beide haben gewonnen.
Die Tischkarte
Auf das Plakat gehört eine einzige Zeile: die These in der Fassung, die alle Prüfungen überlebt hat.
Change my Mind
Ein Lehrer sollte seine Meinung zu einer strittigen Frage im Unterricht erst sagen, wenn die Schüler ihre eigene gebildet haben, und dann so, dass sie geprüft werden kann.
Alles andere steht auf der Tischkarte darunter, in fünf Teilen. In ihnen steckt, was die Werkstatt Schritt für Schritt gebaut hat.
Die These
Ein Satz, dem ein Gast widersprechen kann, und darunter ein Halbsatz, woran man erkennen würde, dass er stimmt. Versteckte Allaussagen sind gefunden und, wo ein Gegenbeispiel getroffen hat, offen abgeschwächt.
Das Argument mit Prüfvermerk
Die Standardform mit nummerierten Prämissen, der stillen Prämisse in Klammern und der These unter dem Strich. Dahinter der Prüfvermerk: ob die Probefrage bestanden ist, ob der Schluss der tragende ist oder sein Doppelgänger, und zu jeder Prämisse, woran ihre Wahrheit hängt.
Der stärkste Einwand
Mit seiner Adresse, also Prämisse, Übergang oder Gegenargument, und mit der Prüfung, ob er die These überhaupt trifft.
Die Antwort
Auf einem der drei Wege und mit den acht Karten gegengelesen, oder das offene Zugeständnis, dass keiner trägt, und was sich dann an der These ändert.
Drei Sätze für den Tisch
Einer, mit dem Sie die Brücke vorstellen, einer, mit dem Sie einen Beitrag beiseitelegen, und einer, mit dem Sie einen Treffer zugeben.
Eine Tischkarte ist eine These, der man widersprechen kann, ein Argument in Standardform, das die Probefrage bestanden hat und weiß, woran seine Prämissen hängen, der stärkste Einwand mit seiner Adresse und eine ehrliche Antwort darauf; und wer sie geschrieben hat, setzt sich an den Tisch, um geprüft zu werden, nicht um recht zu behalten.
Was jetzt noch kommt, ist kein Stoff mehr. Zuerst gibt es eine Generalprobe, in der Sie das Format des Abschlusstests einmal ohne Note durchspielen, dann den Abschlusstest selbst, in dem Sie ein fremdes Argument in Standardform bringen und eines an der richtigen Stelle kritisieren, so wie Sie es in dieser Werkstatt mit Ihrem eigenen getan haben. Beides kündige ich im Unterricht an. Und dann kommt das Finale auf dem Pausenhof, mit Ihrem Plakat und Ihrer Tischkarte. Im nächsten Schuljahr kommt Ihre These wieder auf den Tisch, und Band II fragt, worüber Sie dabei eigentlich reden: was »sollte«, »gerecht« und »Meinung« in Ihrer These bedeuten, und ob der Gast dasselbe darunter versteht wie Sie.
Das Werkzeug üben
4 Aufgaben · etwa 10 MinutenSo üben Sie
- Bearbeiten Sie die Aufgaben der Reihe nach und prüfen Sie jede Antwort, bevor Sie weitergehen.
- Lesen Sie die Rückmeldung auch dann, wenn Sie richtig lagen. Sie fügt meistens einen Gedanken hinzu, den Ihre Antwort noch nicht enthält.
- Wenn Sie feststecken, holen Sie sich mit »Hinweis anzeigen« einen Denkanstoß. Nach dem zweiten Fehlversuch können Sie sich die Auflösung zeigen lassen.
- Manche Aufgaben fragen, wie sicher Sie sich sind. Eine ehrliche Antwort hilft Ihnen und mir mehr als eine mutige.
Mit Ihrem Schülerzugang zählen Ihre Antworten zu Ihrem Bereich, auch beim Gerätewechsel, und gehen in die Stolpersteine der Doppelstunde ein. Was Sie hier schon geübt haben, reicht die Seite nach, sobald Sie sich in diesem Browser anmelden. Liegt Ihre Einwilligung vor, bekommen Sie außerdem zu jedem Text, den Sie im Antwortfeld abgeben, eine Rückmeldung zu jedem Kriterium und können EduBuddy fragen, den Tutor, der Denkanstöße gibt statt Lösungen. Ohne Anmeldung prüfen Sie Ihre Texte selbst, in der Selbstkontrolle unter dem Schreibfeld.
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Verstehen
4 Aufgaben · etwa 10 MinutenSitzt, was die Erklärung gezeigt hat? Die falschen Antworten sind keine Fallen, sondern die Denkfehler, die an dieser Stelle am häufigsten vorkommen. Die Rückmeldung sagt Ihnen, welcher es war.
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Aufgabe 1 · Auswählen Vier Plakatthesen zum späteren Schulbeginn
Weiter zu Aufgabe 2 →Vier Mitschüler legen ihre Plakat-Thesen auf den Werkstatttisch. Alle vier wollen, dass die Schule später beginnt. Welche These kann so, wie sie dasteht, auf das Plakat?
Hinweis 1 von 2 · StrategieStellen Sie sich zu jeder These den Gast vor, der sich setzt. Was könnte er sagen, das sich prüfen lässt? Wenn nichts, ist der Satz noch nicht tischfähig.
Hinweis 2 von 2 · InhaltEine These muss eine Behauptung sein, der man widersprechen kann, sie darf keine Allaussage sein, die ein Gegenbeispiel kippt, und ihr Sprecher muss sagen können, woran man erkennen würde, dass er recht hat. Nur ein Satz besteht alle drei Prüfungen.
Wie sicher sind Sie?EduBuddyEduBuddy stellt Rückfragen, gibt Denkanstöße und zeigt Teilschritte, aber keine Lösungen. Bitte nennen Sie keine echten Namen.
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Aufgabe 2 · Auswählen Welcher Gast trifft das Neun-Uhr-Argument?
Weiter zu Aufgabe 3 →Die These am Tisch lautet »Die Schule sollte um neun Uhr beginnen«, das Argument darunter: »Wenn der Unterricht um halb acht beginnt, sind viele Schüler in der ersten Stunde nicht wach genug, um zu lernen. (Was viele Schüler am Lernen hindert, sollte die Schule ändern.) Also sollte die Schule um neun beginnen.« Vier Gäste setzen sich nacheinander. Welcher Beitrag trifft das Argument an einer Adresse?
Hinweis 1 von 2 · StrategieSuchen Sie in jedem Beitrag die Stelle, an der er ansetzt: eine bestimmte Prämisse, der Übergang, oder eigene Gründe gegen die These. Fehlt eine solche Stelle, fragen Sie, was der Beitrag stattdessen tut.
Hinweis 2 von 2 · InhaltEin Beitrag greift die stille Prämisse mit einem Gegenbeispiel an, das zur Gruppe gehört und die Eigenschaft verfehlt. Die anderen drei prallen an einem »viele« ab, stellen nur eine Gegenbehauptung auf oder zählen Köpfe.
Wie sicher sind Sie?EduBuddyEduBuddy stellt Rückfragen, gibt Denkanstöße und zeigt Teilschritte, aber keine Lösungen. Bitte nennen Sie keine echten Namen.
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Aufgabe 3 · Auswählen Ehrlich antworten, wenn ein Einwand trifft
Weiter zu Aufgabe 4 →Der Einwand mit dem Schulbus hat getroffen: Die stille Prämisse »Was viele Schüler am Lernen hindert, sollte die Schule ändern« geht zu weit. Sie sitzen hinter dem Tisch. Welche Antwort ist ehrlich?
Hinweis 1 von 2 · StrategieFragen Sie zuerst, was der Treffer bewiesen hat: Ist die These falsch, oder ist sie ohne Stütze? Und wer schuldet danach wem etwas?
Hinweis 2 von 2 · InhaltDer Treffer macht die These unbelegt, nicht widerlegt, und die Begründungspflicht liegt wieder bei der Gastgeberin. Ehrlich ist, wer die Prämisse offen abschwächt und die neue Fassung dann belegt.
Wie sicher sind Sie?EduBuddyEduBuddy stellt Rückfragen, gibt Denkanstöße und zeigt Teilschritte, aber keine Lösungen. Bitte nennen Sie keine echten Namen.
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Aufgabe 4 · In Reihenfolge bringen In welcher Reihenfolge die Tischkarte entsteht
Weiter zu Schritt 4: Ihre These →Die acht Bauschritte der Tischkarte, in der Reihenfolge, in der die Etappen sie eingeführt haben und in der die Werkstatt sie abarbeitet. Bringen Sie sie in diese Reihenfolge.
- Die These so schreiben, dass man ihr widersprechen kann, und sagen, woran man erkennen würde, dass sie stimmt
- These und Weil-Satz auf versteckte Allaussagen abklopfen, das Gegenbeispiel gegen sich selbst suchen und offen eine Stufe abschwächen
- Die Standardform zeichnen: nummerierte Prämissen, die stille Prämisse in Klammern, die These unter dem Strich
- Beide Prüffragen stellen: die Probefrage an den Übergang, dann jede Prämisse einzeln, woran ihre Wahrheit hängt
- Die Wenn-dann-Aussage suchen und mit dem Raster der vier Formen prüfen, ob der Schluss der tragende ist oder sein Doppelgänger
- Den stärksten Einwand bauen, seine Adresse benennen und prüfen, ob er die These überhaupt trifft
- Ehrlich antworten: Prämisse nachbelegen, Brücke ausschreiben, These abschwächen oder den Punkt geben
- Die eigene Antwort mit den acht Karten auf Manöver prüfen
Hinweis 1 von 2 · StrategieGehen Sie die Etappen von der zweiten bis zur achten durch und fragen Sie bei jedem Schritt, welches Werkzeug er braucht und wann Sie es bekommen haben.
Hinweis 2 von 2 · InhaltWidersprechbar machen, Gegenbeispiel und Leiter, Standardform, Probefrage und Prämissen, Raster der Formen, Einwand, Antwort, Karten. Die Reihenfolge der Werkstatt ist die Reihenfolge der Etappen.
EduBuddyEduBuddy stellt Rückfragen, gibt Denkanstöße und zeigt Teilschritte, aber keine Lösungen. Bitte nennen Sie keine echten Namen.
Ihre These fertig bauen
etwa 40 MinutenWorum es hier geht
Am Ende des Schuljahres sitzen Sie beim Pausenhofprojekt »Change my Mind« hinter Ihrer eigenen These und verteidigen sie gegen jeden, der sich an Ihren Tisch setzt. Hier fügen Sie alles zusammen, was Sie dafür in den Etappen gebaut haben.
Ihre letzte Arbeit an der These gehört zu Etappe 8, zur Aufgabe »Das gefürchtete Manöver gegen die eigene These«. Legen Sie dieses Blatt neben sich, bevor Sie weiterschreiben; fehlt es, holen Sie die Aufgabe zuerst nach.
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Aufgabe 5 · Text schreiben · etwa 40 Minuten Ihre Tischkarte für das Pausenhof-Finale
Holen Sie alle Blätter hervor, die Sie seit der ersten Etappe aufgehoben haben: das Plakat mit These und Weil-Satz, die redlich abgeschwächte These, die Standardform mit der gekennzeichneten stillen Prämisse, die Prüfung mit beiden Fragen, die Wenn-dann-Form und ihren Doppelgänger, Einwand und Antwort. Schreiben Sie daraus Ihre Tischkarte für das Finale, in fünf Teilen. Erstens die These, in einem Satz, dem ein Gast widersprechen kann, und darunter in einem Halbsatz, woran man erkennen würde, dass sie stimmt. Zweitens Ihr bestes Argument in Standardform, mit nummerierten Prämissen, der stillen Prämisse in Klammern und der These unter dem Strich; dahinter der Prüfvermerk: ob die Probefrage bestanden ist, und zu jeder Prämisse in einem Halbsatz, woran ihre Wahrheit hängt. Drittens der stärkste Einwand, den Sie kennen, mit seiner Adresse: welche Prämisse, der Übergang oder ein Gegenargument, und warum er die These trifft. Viertens Ihre Antwort auf einem der drei Wege, oder das offene Zugeständnis, dass keiner trägt, und was sich dann an Ihrer These ändert. Fünftens drei Sätze, die Sie am Tisch wirklich sagen würden: einen, mit dem Sie die Brücke vorstellen, einen, mit dem Sie einen Beitrag beiseitelegen, der die Sache nicht trifft, und einen, mit dem Sie einen Treffer zugeben. Notieren Sie zum Schluss, welchen Satz auf Ihrer Karte Sie am wenigsten gern vorlesen; dort wird der Gast sitzen.
Woran ich Ihren Text messe- Eine These, der man widersprechen kann Die These ist eine Behauptung in einem Satz, keine Frage und keine Allaussage, und der Text sagt, woran man erkennen würde, dass sie stimmt.
- Standardform mit Prüfvermerk Prämissen und Konklusion stehen getrennt, die stille Prämisse ist in Klammern ergänzt und schwach gefasst, und der Prüfvermerk sagt, ob die Probefrage bestanden ist und woran jede Prämisse hängt.
- Der stärkste Einwand mit Adresse Der Einwand nennt die Stelle, an der er ansetzt, und der Text zeigt, dass er die These trifft und nicht nur das Thema.
- Eine ehrliche Antwort Die Antwort geht einen der drei Wege, nachbelegen, Brücke ausschreiben, abschwächen, oder gibt den Punkt, und sie behandelt den Treffer als Arbeitsauftrag, nicht als Widerlegung.
- Sprechbar am Tisch Die drei Sätze für das Gespräch sind wirklich sprechbar, halten die zwei Regeln des Tischs ein und benennen ein Manöver, ohne selbst eines zu begehen.
Formulierungshilfen
- »These: … Woran man erkennen würde, dass sie stimmt: an …«
- »Prämisse 1: … (hängt an …) Prämisse 2, ergänzt: (…) (hängt an …) Also: … Probefrage: Wären beide wahr, könnte die These dann falsch sein? …«
- »Der stärkste Einwand trifft … [die erste Prämisse / den Übergang / die These selbst, als Gegenargument], weil …; er trifft die Sache, denn wenn er stimmt, wird meine These …«
- »Ich antworte, indem ich … [nachbelege / die Brücke ausschreibe / abschwäche]: … Die neue Fassung behauptet noch …, aber nicht mehr …«
- »Am Tisch würde ich sagen: ›Ich glaube …, weil …‹ · ›Das mag stimmen, aber zu unserer Frage sagt es nichts. Woran zweifeln Sie?‹ · ›Da haben Sie recht, und deshalb …‹«
0 Wörter · empfohlen 250 bis 500 Wörter · bitte keine echten Namen nennen
SelbstkontrolleLesen Sie Ihren Entwurf gegen jedes Kriterium und halten Sie fest, wie weit er es erfüllt.
- Eine These, der man widersprechen kann
- Standardform mit Prüfvermerk
- Der stärkste Einwand mit Adresse
- Eine ehrliche Antwort
- Sprechbar am Tisch
Ohne Anmeldung bleibt Ihr Text als Entwurf in diesem Browser. Mit Ihrem Schülerzugang und vorliegender Einwilligung erhalten Sie zu diesem Text eine Rückmeldung zu jedem Kriterium und können ihn danach überarbeiten.
Hinweis 1 von 2 · StrategieLegen Sie die acht Blätter in der Reihenfolge der Etappen nebeneinander und fragen Sie bei jedem, was davon auf die Karte muss und was nur Vorarbeit war. Auf die Karte kommt, was Sie am Tisch brauchen, wenn der Gast fragt.
Hinweis 2 von 2 · InhaltDie These oben, die Standardform mit der stillen Prämisse in Klammern darunter, dann der Einwand mit seiner Adresse und die Antwort, zuletzt die drei Sätze. Der Einwand ist stark genug, wenn Sie ihn lieber nicht vorlesen würden.
EduBuddyEduBuddy stellt Rückfragen, gibt Denkanstöße und zeigt Teilschritte, aber keine Lösungen. Bitte nennen Sie keine echten Namen.
Übertragen Sie die fertige Fassung auf ein Blatt für Ihre Mappe oder in Ihre Notiz »Change my Mind«. Damit gehen Sie an den Tisch.
Weiter zu Schritt 5: Rückblick →
Zurück zur Ausgangsfrage
5 MinutenAm Tag des Finales steht auf dem Pausenhof ein Tisch, und auf dem Tisch liegt ein leeres Plakat. Sie haben acht Etappen lang Werkzeug gesammelt und acht Blätter aufgehoben. Was von alledem steht auf dem Plakat, wenn sich der erste Gast setzt, und was liegt darunter, wo nur Sie es sehen?
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- Lesen Sie die Frage und Ihre erste Antwort noch einmal und schreiben Sie darunter, wie Sie jetzt antworten würden. Hat sich etwas geändert, nennen Sie den Gedanken, der Sie umgestimmt hat.
- Schätzen Sie ein, wie sicher Sie das Lernziel jetzt beherrschen, und notieren Sie einen Gedanken zur Frage »Zum Weiterdenken«.
- Schließen Sie die Etappe ab. Der Haken erscheint dann im Lernpfad des Kurses. Wenn Sie angemeldet sind, geht mit dem Abschluss Ihre Antwort an mich. Was offen geblieben ist, bringen Sie in die Doppelstunde mit.
Ihre Bilanz
In dieser Etappe haben Sie noch keine Aufgabe bearbeitet. Zu den Aufgaben →
Sie können die These wählen, mit der Sie beim Pausenhof-Finale hinter dem Tisch sitzen, Ihr bestes Argument dafür in Standardform bauen und mit beiden Prüffragen prüfen, den stärksten Einwand vorwegnehmen und ehrlich auf ihn antworten. Und Sie wissen, was am Tisch geschieht, wenn der Einwand trifft: nichts Schlimmes.
Wie sicher fühlen Sie sich damit jetzt?
Welcher Satz müsste am Tisch fallen, damit Sie Ihre These aufgeben? Wenn Ihnen keiner einfällt, sitzen Sie nicht hinter einem Tisch, sondern hinter einer Festung. Und wenn Ihnen einer einfällt: Steht er als Ihr stärkster Einwand auf der Karte, oder haben Sie einen bequemeren gewählt?
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