Argumentieren
Alle 9 Etappen abgeschlossen
Als Nächstes kommt der Abschlusstest. Aufbau und Regeln stehen vorab offen.
Lernpfad
- Etappe 01: Behaupten und Begründen Sie können eine Behauptung von ihrer Begründung unterscheiden und wissen, warum erst die Begründung eine Diskussion in Gang bringt. Sie kennen die zwei Regeln des Tischs, die Begründungspflicht und die Relevanz, und können an einem Gespräch zeigen, wo sie eingehalten und wo sie verletzt werden.
- Etappe 02: Aussage und Wahrheitswert Sie können unterscheiden, welche Sätze etwas als wahr hinstellen und welche nicht, also Aussagen von Fragen, Aufforderungen und Ausrufen trennen. Sie wissen, dass eine Aussage genau einen von zwei Wahrheitswerten hat, und Sie können erklären, warum es zwei verschiedene Dinge sind, ob eine Aussage wahr ist und ob jemand das weiß.
- Etappe 03: Widerspruch und Gegenbeispiel Sie können sagen, wann zwei Aussagen einander widersprechen, und eine Inkonsistenz aufdecken, auch wenn noch niemand weiß, welcher Satz fällt. Sie kippen eine Allaussage mit einem einzigen Gegenbeispiel, das beide Bedingungen erfüllt. Und Sie schwächen eine getroffene These offen ab, statt sie zu verteidigen.
- Etappe 04: Das Argument: Prämissen und Konklusion Sie können ein Argument aus einem Text herauslösen und in Standardform bringen: die Konklusion an der Stützbeziehung erkennen und nicht an ihrer Stellung, die Prämissen nummerieren, Beiwerk und Zugeständnisse aussortieren und die Prämisse, die der Text nie ausspricht, in Klammern ergänzen, so schwach, wie sie sein darf. Und Sie halten das Aufschreiben eines Arguments vom Urteil darüber getrennt.
- Etappe 05: Gültig und stichhaltig Sie können an einem Argument zwei Prüfungen getrennt und in dieser Reihenfolge durchführen: erst den Übergang mit der Probefrage, dann jede Prämisse auf ihre Wahrheit. Sie wissen, dass gültig nicht wahr heißt und wahr nicht gültig, dass erst beides zusammen stichhaltig ist, und Sie kennen die Falle, die Ihr eigenes Urteil Ihnen stellt, sobald Ihnen das Ergebnis gefällt.
- Etappe 06: Argumentformen und ihre Doppelgänger Sie können in einem Wenn-dann-Argument Vordersatz und Nachsatz markieren und mit dem Raster der vier Formen entscheiden, ob der Schluss trägt: Modus ponens und Modus tollens tragen, die Bejahung des Nachsatzes und die Verneinung des Vordersatzes sind ihre Doppelgänger. Sie weisen einen Doppelgänger mit dem Gegenbeispiel auf der Form nach, und Sie wissen, was er trotzdem wert ist: einen Verdacht, und ein Verdacht ist ein Arbeitsauftrag.
- Etappe 07: Argumente kritisieren Sie können ein Argument an der richtigen Stelle kritisieren, an einer Prämisse, am Übergang oder mit einem eigenen Gegenargument. Sie prüfen vorher, ob ein Einwand die Sache überhaupt trifft. Und Sie wissen, was ein Treffer beweist: Die Behauptung ist dann unbelegt, nicht widerlegt.
- Etappe 08: Fehlschlüsse Sie erkennen die acht Fehlschlüsse des ersten Katalog-Teils, vom Strohmann bis zum Mehrheits-Appell, können sie benennen und an den Wörtern belegen, die das Manöver tragen. Sie wissen, welche Stelle des Arguments jeder von ihnen verfehlt. Und Sie halten eine Behauptung nicht für widerlegt, nur weil jemand sie mit einem Fehlschluss verteidigt hat.
- Etappe 09: Werkstatt: Meine These Sie können die These wählen, mit der Sie beim Pausenhof-Finale hinter dem Tisch sitzen, Ihr bestes Argument dafür in Standardform bauen und mit beiden Prüffragen prüfen, den stärksten Einwand vorwegnehmen und ehrlich auf ihn antworten. Und Sie wissen, was am Tisch geschieht, wenn der Einwand trifft: nichts Schlimmes.
Worum es geht
Behaupten kann jeder. Schwierig wird es erst, wenn jemand fragt, warum, und noch schwieriger, wenn die Antwort einer Prüfung standhalten soll. Genau dort beginnt dieser Kurs. Ich behandle das Argumentieren als Handwerk, und wie jedes Handwerk lernt man es nicht durch Zuschauen, sondern durch Gebrauch. Sie lernen, ein Argument aus einem Text herauszulösen und in seine Bausteine zu zerlegen, zu prüfen, ob es trägt und ob seine Stützen stimmen, Kritik an der richtigen Stelle anzusetzen, und die häufigsten Manöver zu erkennen, die wie Kritik klingen und keine sind. Am Ende des Schuljahres sitzen Sie beim Pausenhofprojekt »Change my Mind« hinter Ihrer eigenen These und wissen, was Sie tun.
Jede Etappe beginnt mit einem Problem, das man nicht auf Anhieb lösen kann: ein Streit, der sich im Kreis dreht, ein Schluss, der überzeugt und trotzdem nicht trägt, ein Statistiker, der recht hatte und sich trotzdem irrte. Dann kommt das Werkzeug, und dann kommt der Gebrauch, an neuem Material und an Ihrer eigenen These.
So arbeiten Sie mit diesem Kurs
Jede Etappe bereitet eine Doppelstunde vor. Sie bearbeiten sie vorher zu Hause und brauchen dafür je nach Etappe eine bis eineinhalb Stunden, die Sie gern auf zwei Sitzungen verteilen können. Auf jeder Etappenseite führt Sie ein Plan durch fünf Schritte:
- Einstieg. Bevor Sie Video oder Lesefassung öffnen, legen Sie sich auf eine erste Antwort zur Ausgangsfrage fest. Sie darf falsch sein; im Rückblick kommen Sie darauf zurück.
- Erklärung. Video und Lesefassung erklären dasselbe, eines von beiden genügt.
- Üben. Sie üben zuerst das neue Werkzeug, dann die Werkzeuge der früheren Etappen und zuletzt selbstständig, meist an neuem Material. Die meisten Aufgaben geben Ihnen sofort eine Rückmeldung, einige schreiben Sie ins Heft.
- Ihre These. Sie wenden das neue Werkzeug auf Ihre eigene These für »Change my Mind« an. Das Ergebnis kommt auf ein eigenes Blatt in Ihrer Mappe für »Change my Mind« oder unter eine eigene Überschrift in der gleichnamigen Notiz, denn spätere Etappen bauen darauf auf.
- Rückblick. Sie vergleichen Ihre erste Antwort mit dem, was Sie jetzt wissen, schätzen sich ein und schließen die Etappe ab.
In der Doppelstunde sehen wir uns zuerst die Stolpersteine der Klasse an, dann vertiefen wir das Werkzeug am Material und arbeiten an den Thesen weiter. In die Stolpersteine gehen nur Antworten ein, die über Ihren Schülerzugang bei mir ankommen. Wer die Etappe vorher nicht geschafft hat, holt sie in der Stillarbeit nach. Weil jede Etappe auf der vorigen aufbaut, gehen Sie der Reihe nach vor.
Die Werkbank
Fehlschlüsse benennen zu können ist eine eigene Fähigkeit, und man übt sie nicht mit Vokabelkarten allein. Mit der achten Etappe öffnet deshalb die Werkbank des Kurses: ein Karteikasten, der sich merkt, welche Karte Sie noch nicht sicher können, eine Blitzrunde gegen die Uhr, und das Hauptspiel »Auf frischer Tat«, in dem Debatten ablaufen, in denen Sie die Manöver im Moment ihres Geschehens ertappen müssen. Gemessen wird nur eines: ob Sie besser werden als beim letzten Mal. Der Katalog der Fehlschlüsse wächst in den beiden folgenden Bänden weiter, und die Werkbank wächst mit.
Die Reihe
»Argumentieren« ist Band I der dreijährigen Reihe Handwerkszeug der Philosophie, einer logisch-semantischen Propädeutik für die Oberstufe. Band II »Sprache und Begriffe« fragt, worüber wir eigentlich reden, Band III »Urteilskraft« fragt, was wir glauben und tun sollen. Die Werkzeuge dieses Bandes kehren dort auf neuem Material wieder, und das Pausenhofprojekt ist in jedem Jahr die Messlatte, nur mit steigendem Anspruch.
Wie der Kurs wächst
Alle neun Etappen stehen: vom Unterschied zwischen Behaupten und Begründen über Aussage, Widerspruch und Gegenbeispiel zum Argument aus Prämissen und Konklusion, weiter zu Gültigkeit, Argumentformen und gezielter Kritik bis zu den ersten acht Fehlschlüssen des Katalogs, und als Abschluss die Werkstatt, in der aus den Blättern der acht Etappen die eigene Tischkarte für das Pausenhof-Finale wird. Zu jeder Etappe gibt es ein Erklärvideo und eine Lesefassung mit demselben Inhalt. Was danach kommt, ist kein Stoff mehr: eine Generalprobe, der Abschlusstest und das Finale. Ich überarbeite die frühen Etappen, sobald ich an ihnen etwas besser kann.